parallax niches


(C) BRUX

parallax niches

Installation (2021)
bemaltes Akrylglasobjekt, Realtime-Audio, Realtime-Video (-Mapping)

Version Innsbruck
für die Reihe Elektrorauschen // nɔɪz

BRUX - Freies Theater Innsbruck
20.-21.11.2021

Parallaxe beschreibt die scheinbare Änderung der Position eines Objektes, wenn man die eigene Beobachtungsposition verschiebt. Slavoj Zizek radikalisiert diesen Begriff und fragt, was passieren würde, wenn diese Veränderung nicht einfach nur subjektiv ist, sondern vom Gegenstand selbst ausgeht, von den jedem Objekt innewohnenden Antagonismen. Er wendet diese Figur auf verschiedene Bereiche an, Politik, Wissenschaft, Psychoanalyse oder Ontologie und versucht zu zeigen, dass unser Zugriff oder Blick auf die Dinge immer schon (und) durch unsere Partialansicht verzerrt ist und leitet daraus einen Begriff von (objektiver) Realität ab, die nur nachträglich aus einer Vielzahl von asymmetrischen Punkten rekonstruiert werden kann.

„Es ist nicht alles nur ein Spiel der Erscheinungen, es gibt ein Reales - aber dieses Reale ist nicht das unerreichbare Ding, sondern die Lücke, die uns den Zugang zu ihm vesperrt, der 'Fels' des Antagonismus, der unsere Sicht auf das wahrgenommene Objekt durch eine Teilperspektive verzerrt. [...] Die Wahrheit liegt nicht darin, 'wie die Dinge an sich wirklich sind', jenseits ihrer perspektivischen Verzerrungen, sondern eben in der Lücke, dem Übergang, die die eine von der anderen Perspektive trennt, der Lücke [...], welche die beiden Pespektiven 'radikal' inkommensurabel macht.“
(Zizek: Parallaxe. Frankfurt/Main 2006)

Idee, CAD, Audio-, Videoprogrammierung: Marco Döttlinger
Konstruktion: Edi Döttlinger
Akylglasverarbeitung: octopus Werbegestaltung

Danke an Patrik Lechner

 

 

 

Dokumentation (Excerpts)
Video 1 (shaky live walkaround)
Video 2 (output ohne mapping)
Video 3 (Screen-Version)